Am 27. Juni 2011 folgten Gerd Frey und Peter Weiler der Einladung des Bundesinnenministers Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB, in sein Ministerium in Berlin. Aus den Bundesländern waren zahlreiche Vorstände nach Berlin gereist, um mit dem BMI die aktuelle Situation vor Ort zu besprechen.

Eine unkomplizierte, zielführende Lösung für die im THW sehnsüchtig erwartete Abrechnungsverordnung war das Thema, an dem die Helfervereinigungen für das THW arbeiten und für das Minister Dr. Friedrich eine praktikable Lösung in Aussicht stellte. Auch bei der Abrechnung von Einsätzen im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr soll eine pragmatische Verfahrensweise erarbeitet werden. Einerseits sei es nicht möglich, grundsätzlich auf die Erstattung sämtlicher Einsatzkosten zu verzichten, andererseits sollen Handlungsspielräume für einen situationsbedingt notwendigen Kostenverzicht verbessert werden.

Der Bundesminister des Innern sieht zudem vor dem Hintergrund der Aussetzung der Wehrpflicht und der möglichen Folgen für das ehrenamtliche Engagement im THW vielfältige Handlungsmöglichkeiten. Helferwerbung, Verständnis beim Arbeitgeber, wechselseitige Anerkennung von Ausbildungen und die Integration des Themas „THW“ in Schulen sieht er als zielführende Teile eines notwendigen Gesamtkonzeptes. Dazu sollte es Informationskampagnen nicht nur in die Richtung potenzieller Helferinnen und Helfer, sondern auch speziell für die Arbeitgeber geben.

Stephan Mayer MdB, der Präsident der THW-Bundesvereinigung e.V. machte deutlich, dass die THW-BV nicht ungerechtfertigte finanzielle Forderungenstelle. Man habe die Erfolge bei den Haushaltsverhandlungen 2010 / 2011 sehr gewürdigt, jedoch stellen die Folgen der Wehrpflichtaussetzung einen „Sondertatbestand“ für die künftigen Haushalte dar. „Die aus den notwendigen Maßnahmen für Helferbindung und –Gewinnung resultierenden Mehraufwendungen der Ortsverbände sind mit der vorhandenen finanziellen Ausstattung nicht möglich“ betonte Präsident Mayer und sprach sich konkret für eine Erhöhung des Etats unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 2 Millionen Euro aus. „Dies entspräche einer zweckgebundenen Zuwendung von ungefähr 3.000 Euro pro Ortsverband und Jahr“ verdeutlichte Mayer die Relationen und begründete: „Durch die Aussetzung der Wehrpflicht fällt für das THW auch ein wichtiges Instrument zur Nachwuchsgewinnung weg. Neue Helferpotenziale müssen dort erschlossen werden, wo sie sind. Dabei konkurriert das THW mit dem vielfältigen Freizeitangebot in unserer Gesellschaft – das attraktive Angebot des THW muss deshalb noch breiter in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden“. Eine notwendige Erhöhung der Attraktivität des Dienstes im THW befürwortete auch der Bundesinnenminister - „Jeder muss ein Incentive haben, der sich ehrenamtlich im THW engagiert“.

Das THW leistet bereits viel, um das THW noch attraktiver zu gestalten – insbesondere im Bereich der Aus- und Fortbildung. So ist es beispielsweise jetzt schon möglich, sich im THW erworbene Qualifikationen durch anerkannte IHK-Abschlüsse für den Beruf anerkennen zu lassen.

Es sei an der Zeit, weitere positive Zeichen zu setzen, denn die Bereitschaft zum Ehrenamt werde mehr denn je gebraucht, betonte der Minister.

Zurück zur Übersicht